Neurologie

Ergotherapie in der Neurologie

Zentral in der Neurologie führen wir die Constraint-induced Movement Therapy (CIMT), ein modernes Therapieverfahren für Erwachsene und Kinder mit einem hohen Grad an Evidenzbasierung durch.

Warum?

Durch läsionsinduzierte sensomotorische Einschränkungen kommt es häufig zum erlernten Nichtgebrauch des betroffenen Armes und zur Konditionierung dieser negativen Lernerfahrungen. Dadurch wird der betroffene Arm immer weniger oder gar nicht im Alltag eingesetzt, der gesunde Arm aber um so mehr. Unser Gehirn besitzt jedoch die Fähigkeit seine funktionelle und strukturelle Organisation zu adaptieren, beschrieben als Neuroplastizität des Gehirns.

Inhalte:

Basierend auf den Erkenntnissen der Neuroplastizität und der Theorie des erlernten Nichtgebrauchs wurde die CIMT entwickelt.

Diese ist durch 3 Inhalte gekennzeichnet:

  1. Bewegungsrestriktion (Immobilisierung des nicht betroffenen Armes)
  2. Aktives repetitives, aufgabenorientiertes Training des betroffenen Armes
  3. Prinzip des Shapings (Verhaltensansatz, bei dem die gewünschten Zielbewegungen unter Einsatz von positiver Verstärkung in stufenweiser Annäherung erreicht werden)

Quelle: ergoseminar Maik Hartwig

Die Ergotherapie in der Neurologie befasst sich mit der Behandlung von Menschen, die durch eine neurologische Erkrankung bzw. Schädigung im zentralen Nervensystem eine vorübergehende oder dauernde Herabsetzung Ihrer Handlungsfähigkeit erlitten haben.

Die Schädigungen verursachen Störungen bei sensomotorischen, neuropsychologischen und kognitiven Funktionen und haben unter anderem Auswirkungen auf psychosoziale Fähigkeiten des betroffenen Menschen. Sie beeinträchtigen ihn in der Gesamtheit seiner Handlungsfähigkeit.

Die Ergotherapie in der Neurologie bedient sich der betätigungsorientierten Methode, die eine signifikante Wirkung bei neurologisch beeinträchtigten Patienten auslöst. Der gesunde Mensch ist generell in der Lage, für ihn bedeutsame Betätigungen auszuwählen, zu organisieren und zu seiner Zufriedenheit auszuführen. Bei einem neurologisch erkrankten Menschen ist das zentrale Nervensystem durch bestimmte Funktionsstörungen beeinträchtigt, die dazu führen, dass die Auswahl, Organisation und Ausführung seiner Betätigung eingeschränkt ist. Die betätigungsorientierte Methode bietet die Möglichkeit, den Alltag des Patienten mit seinen Handlungen zu erfassen und daraus abgeleitet dem Patienten mit seinen Handlungen unter Berücksichtigung der gestörten Basisfähigkeiten zu verbessern, sodass eine gewohnte Handlung wieder weitgehend selbstständig ausgeführt werden kann.

In der Neurologie werden vor allem die Erkrankungen des ZNS (zentrales Nervensystem) behandelt.

Dazu gehören unter anderem:

  • Schlaganfall
  • erworbene Hirnschädigung
  • Multiple Sklerose
  • Morbus Parkinson
  • Querschnittslähmungen
  • Sensibilitätsstörungen
  • Schluckstörungen, und Störungen der Nahrungsaufnahme u.a.

Neurologische Erkrankungen und Verletzungen weisen in der Regel sehr komplexe Störungsbilder auf. Meist treten Folgestörungen oder Sekundärerkrankungen auf.

Dazu zählen unter anderem:

  • Pusher-Symptomatik
  • Störungen elementarer und komplexer visueller Wahrnehmungen
  • Störungen der visuellen Raumwahrnehmung und Raumkognition
  • Apraxien
  • Störungen der Aufmerksamkeit
  • Gedächtnisstörungen
  • Beeinträchtigungen der Awareness
  • Neglect und Extinktion